Auf den Spuren von Heinrich Hertz – anlässlich des 155. Geburtstags des Physikers
22. Februar 2012
Auf den Spuren von Heinrich Hertz – anlässlich des 155. Geburtstags des Physikers
Heute, am 22. Februar wäre der Physiker Heinrich Hertz 155 Jahre alt geworden. Am Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut beschäftigt man sich noch heute mit den Ergebnissen seiner Forschungsarbeit.
Glasfaser – Weltrekord in serieller Datenübertragung
So zum Beispiel mit Glasfasern, die als Lichtwellenleiter zur optischen Datenübertragung verwendet werden. Die einzelnen Bits der Daten werden dabei in Lichtimpulse umgewandelt und als elektromagnetische Wellen in der Glasfaser übertragen. Der aktuelle Rekord des Fraunhofer HHI bei der Übertragung von Daten über Glasfaser liegt bei 10,2 Tbit/s oder 240 DVDs in einer Sekunde.
Terahertz – fit für den praktischen Einsatz
Oder mit Terahertz – eine Billion der Schwingung, die nach Heinrich Hertz benannt wurde. Terahertz (THz) liegt im Frequenzbereich 100 GHz bis 10 THz zwischen Infrarot- und der Mikrowellenstrahlung und eignet sich wenn zerstörungsfreie Untersuchungen in der Tiefe eines Materials gefragt sind. Zum Beispiel zur Kontrolle bei der Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffen. Oder um Briefe und Pakete nach möglichen Biowaffen oder Sprengsätzen zu durchsuchen. Bislang war Terahertz aber nur sehr aufwändig zu erzeugen und zu empfangen. Forscher des Fraunhofer HHI haben nun einen Chip entwickelt, der THz fit für den praktischen Einsatz macht. Basis sind Bauelemente und Technologien, die ursprünglich für die Faseroptische Telekommunikation entwickelt wurden. Die THz-Technologie wird damit für das industrielle Umfeld nutzbar – und das zu akzeptablen Kosten.
Heinrich Hertz
Heinrich Hertz wurde am 22. Februar 1857 in Hamburg geboren. Der studierte Mathematiker und Physiker promovierte bereits im Alter von 23 Jahren. Nach mehreren Lehraufträgen wechselte er 1889 als Professor für Physik an die Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Mittels des hertzschen Oszillator bewies er nicht nur die die Existenz elektromagnetischen Wellen. Hertz fand zudem heraus, dass sich die Wellen wie Licht verhalten und mit gleicher Geschwindigkeit ausbreiten. 1886 schließlich gelang ihm die Übertragung elektromagnetischer Wellen. Die Nutzung der Wellen für die Nachrichtenübermittlung war für Hertz jedoch unvorstellbar. Aber bereits 1896 – zwei Jahre nach Hertz Tod – gelang Guglielmo Marconi und Alexander Popow die Worte "Heinrich Hertz" über eine Entfernung von einigen hundert Metern über die Wellen zu übertragen.
Contact Gudrun Quandel
Ansprechpartner
Dr. Gudrun Quandel
Corporate Communications, Presse und PR
Tel. +49 30 31002-400
Mobil +49 171 1995334
Chipkarte ASCII Identität
Carl Weinert, Acryl auf Leinwand, 40 x 40 cm, 2011
Portrait von Heinrich Hertz (1857 – 1894) im Stil einer Chipkarte. Die kleinen goldenen und schwarzen Rechtecke oberhalb und unterhalb des Portraits zeigen waagrecht gelesen seinen Vor- und Nachnamen im digitalen ASCII-Kode (schwarz = 0, golden = 1). ASCII (American Standard Code for Information Interchange) ist der 7-Bit-Standardkode für die digitale Kodierung von Buchstaben und Zeichen.
Carl Weinert ist Mitarbeiter des Fraunhofer HHI.
