Distanzadaption für Multiview-3D-Displays

Ein neues Bildverarbeitungsverfahren ermöglicht freiere Beweglichkeit für mehrere Nutzer vor 3D-Bildschirmen. Der Algorithmus lässt sich in die Ansteuerung verschiedener – auch älterer – Multiview-3D-Displays integrieren. Das neue Verfahren erlaubt eine stufenlose Anpassung der Betrachtungsentfernung in einem Bereich von halber bis doppelter Ausgangsentfernung ohne Beeinträchtigung der dargestellten Tiefe und Bildqualität.

Bislang wurden Anwendungsfelder für autostereoskopische Displays vorwiegend in 3DTV und in speziellen Anwendungen in Medizin, Forschung oder Konstruktion gesehen. Um sich den verstärkten Werbeeffekt von 3D als Alternative zu 2D-Präsentationen im öffentlichen Raum zu Nutzen zu machen, setzt mittlerweile auch die Werbebranche mehr und mehr auf 3D Digital Signage.

Die flexible Lösung erzeugt neue Betrachtungspositionen. Auf diese Weise können auch weit entfernt oder besonders nah stehende Nutzer den 3D-Effekt sehen. Bislang führte der von Herstellern voreingestellte, feste Betrachtungsabstand zu Einschränkungen.

Die autostereoskopische Darstellung von 3D-Bildern basiert in Linsenraster-Systemen auf einer Trennung der Bilder oder Bildströme für beide Augen jedes Nutzers. In den Bildschirm eingearbeitete Zylinderlinsen sorgen für eine Lenkung der Bildpunkte auf mehrere Blickwinkel. Die softwarebasierte Distanzadaption des Fraunhofer HHI steuert Hardware-unabhängig einzelne Sub-Pixel an und erzeugt so ein verändertes Verschachtelungsmuster der Sub-Pixel – auf diese Weise ist die exakte 3D-Wiedergabe für verschiedene Positionen vor dem Display möglich.

  • Veränderung des Betrachtungsabstands möglich in weitem Rahmen vor und hinter der nominalen Betrachtungsdistanz
  • Seitliche Verschiebung des Betrachtungsbereiches möglich
  • Flexible Technologie für alle gängigen autostereoskopischen 3D-Displays
  • Durchgängige Perspektive – kein Springen zwischen den korrekten 3D-Ansichten
  • Inhalte-Generierung aus DIBR und CGI