Fraunhofer HHI entwickelt Grundlagen für zukünftige Netzinfrastrukturen

Optische Netze und Künstliche Intelligenz (KI) verändern sich zunehmend gegenseitig weiter. Während KI den Betrieb moderner Kommunikationsnetze effizienter macht, benötigen diese hochperformative Glasfaserinfrastrukturen. Forschende des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) bringen ihre aktuellsten Forschungsergebnisse in das wegweisende ETSI-Whitepaper „Strategies for AI Adoption in Fixed Networks: Challenges, Use Cases, and Future Directions“ ein und leisten damit einen Beitrag zur internationalen Standardisierung KI-gestützter Netzwerke.

Die Arbeit spiegelt die langjährige Expertise des Fraunhofer HHI in den Bereichen KI-gestützte Netzwerkautomatisierung, optische Kommunikationsnetze und datengesteuertes Netzwerkmanagement wider. Forscher des Fraunhofer HHI lieferten wesentliche Beiträge zu den Themen maschinelles Lernen in der Netzwerkautomatisierung, große Sprachmodelle (LLMs) für den Netzwerkbetrieb, digitale Zwillinge und Daten-Governance für KI-gesteuerte Netzwerke.

„Wir sehen, dass KI in Festnetzen kein rein akademisches Thema mehr ist – sie hält Einzug in die Praxis. Diese Transformation wird jedoch nur durch eine vertrauenswürdige, geregelte und standardisierte Integration von KI in Festnetze realisiert werden können. Genau hier setzt unsere Arbeit an.“
— Dr. Behnam Shariati

Vom Labor zum globalen Standard

Das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI), entwickelt technische Standarda für digitale Infrastrukturen weltweit. Das Whitepaper wurde von Dr. Behnam Shariati bei ETSI initiiert. Er übernahm die redaktionelle Leitung und stellte ein Konsortium aus 14 Organisationen aus Industrie, Netzbetrieb und Forschung auf vier Kontinenten zusammen. Ziel ist es, gemeinsam technische Grundlagen für den Einsatz von KI in Festnetzen zu schaffen und europäische Forschungsperspektiven aktiv in internationale Standardisierungsprozesse einzubringen.

Beteiligte Partner: Deutsche Telekom, Nokia, Telefónica, Huawei, China Telecom, MTN Nigeria, RISE (Schweden), UC3M (Spanien), POST Luxembourg, Dacoso, Infosim, Lunet, Savantic, Waystream

Gemeinsame Standards als Voraussetzung

Viele der technologischen Grundlagen für KI-gestützte Netzwerke gelten inzwischen als einsatzbereit. Gemeinsame Standards fehlen jedoch bislang. Ohne sie drohen fragmentierte Lösungen, erhöhte Betriebsrisiken und verpasste wirtschaftliche Chancen innerhalb des europäischen Telekommunikationsmarktes. Gleichzeitig gewinnen Fragen zu Datenschutz, Transparenz und Erklärbarkeit von KI-Entscheidungen in kritischen Infrastrukturen an Bedeutung.

Das ETSI-Whitepaper ist hier verfügbar.

Beteiligte Autorinnen und Autoren: Angela Mitrovska, Johannes Fischer, Hussein Zaid, Mihail Balanici, Pooyan Safari, Ronald Freund (Fraunhofer HHI) sowie Expertinnen und Experten von China Telecom, Dacoso, Deutsche Telekom, Huawei, Infosim, Lunet, MTN Nigeria, Nokia, POST Luxembourg, RISE, Savantic, Telefónica, UC3M und Waystream.