Weltrekord in der drahtlosen Terahertz-Übertragung: Fraunhofer HHI erreicht 221,5 Gb/s über 500 Meter in Berlin

Forschenden der Abteilung Photonische Netze und Systeme am Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) ist ein neuer Weltrekord bei der drahtlosen Datenübertragung im Terahertz-Bereich gelungen. Über eine reale Freiraumstrecke von 500 Metern mitten im urbanen Berlin erreichte das Team einen gemessenen Netto-Datendurchsatz von 221,5 Gb/s im 300-GHz-Band. Die zugehörige Arbeit wurde auf der Optoelectronics and Communications Conference (OECC) 2026 vorgestellt, einer der weltweit führenden Konferenzen im Bereich optischer Kommunikation, und dort mit dem Best Student Paper Award ausgezeichnet.

Die Demonstration entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IAF, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) und der Technischen Universität Berlin. Der ausgezeichnete Beitrag trägt den Titel:

Record 221 Gb/s Dual Polarization THz Wireless Transmission Over 500 m Using PCS-64QAM at 300 GHz

Möglich wurde der Rekord durch die Kombination von Probabilistic Constellation Shaping mit dualer Polarisation und 64QAM (PCS-DP-64QAM) und Hochleistungsverstärkern. Indem die Quellenentropie gezielt an die Signal-Rausch-Verhältnisse der 500-Meter-Strecke angepasst wurde, erreichte das Team eine deutlich höhere spektrale Effizienz. Terahertz-Verbindungen wirken dabei wie eine unsichtbare Funkbrücke, die ähnlich hohe Datenmengen transportiert wie eine Glasfaser, nur ohne Kabel im Boden. Als sogenannte Wireless Fiber Extender sollen sie künftige 6G-Netze dort mit dem optischen Transportnetz verbinden, wo die Verlegung von Glasfaser zu teuer oder technisch nicht möglich ist. Zu den zentralen Ergebnissen zählen:

  • Ein gemessener Netto-Datendurchsatz von 221,5 Gb/s über 500 Meter im 300-GHz-Band.
  • Eine Verdopplung des bisherigen State-of-the-Art bei einer Distanz von 500 Metern.
  • Weltweit erstmals im 300-GHz-Band ein Rate-Distance-Produkt von über 100 Tb/s·m.
  • Der Nachweis auf einer echten Outdoor-Line-of-Sight-Strecke im Stadtgebiet unter realen atmosphärischen Bedingungen.

Die Arbeiten wurden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des Projekts SUSTAINET unter dem Förderkennzeichen 16KIS2272 gefördert. Ziel von SUSTAINET ist die Entwicklung nachhaltiger und leistungsfähiger Netzarchitekturen für künftige Mobilfunkgenerationen.

Am Erfolg beteiligt waren In-Ho Baek, Oliver Stiewe, Robert Elschner, Markus Rösch, Axel Tessmann, Markus Nölle, Lutz Molle, Colja Schubert und Ronald Freund.