5. September 2017

Erster 5G Berlin Day am Fraunhofer HHI

Digitalisierung und 5G, deren Einfluss auf Technologien und Business-Modelle sowie der Standort Berlin standen im Mittelpunkt der Veranstaltung 5G Berlin Day im Smart Data Forum des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts. Impulsvorträge aus der gesamten Wertschöpfungskette gaben einen Überblick zu dem Mobilfunknetz der Zukunft. Außerdem wurde das Transferzentrum 5G Testbed vorgestellt.

Prof. Dr.-Ing. Thomas Wiegand, Institutsleiter des Fraunhofer HHI, eröffnete den 5G Berlin Day vor rund 80 Gästen. In seinen Begrüßungsworten erörterte er die Relevanz der Zusammenarbeit verschiedener Forschungszweige, um die digitale Transformation weiter voranzutreiben. Dazu gehören unter anderem die Bereiche 5G, Optical Fiber, Computer Vision, Video Coding und Machine Learning, die alle auch unter dem Dach des Fraunhofer HHI gebündelt sind. So könnten unter anderem die Anwendungen Digitaler Zwilling, Kollaboratives Fahren und das Netzwerk Augmented Reality realisiert werden. Dr. Andreas Goerdeler, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, bestätigte die Bedeutung der Zusammenarbeit aus politischer Perspektive und erklärte die Schließung der Lücke zwischen Forschung und Energie zur Aufgabe, um auch zeitkritische Anwendungen, z.B. im Bereich Telemedizin, in Zukunft realisieren zu können.

In weiteren Vorträgen von Dr. Maciej Mühleisen (Ericsson), Andrea Kunwald (Labs Network Industrie 4.0 e.V.), und Günther Bräutigam (KT-Elektronik) wurden die technischen Herausforderungen von 5G sowie Anwendungsfälle für KMUs und die bereits erfolgreiche Zusammenarbeit von Forschung und Industrie vorgestellt. Anschließend präsentierte Prof. Dr.-Ing. Slawomir Stanczak, Leiter der Abteilung Drahtlose Kommunikation und Netze am Fraunhofer HHI, weitere Anforderungen an die Kommunikation der Zukunft. Dr.-Ing. Richard Weiler, Projektleiter am Fraunhofer HHI und Leiter des Transferzentrums 5G Testbed, stellte das Leistungszentrum Digitale Vernetzung und das 5G Testbed vor. Unter der Moderation von Dr.-Ing. Kim Mahler, Projektmanager am Fraunhofer HHI, beantworteten die Vortragenden im Rahmen einer Paneldiskussion Fragen aus dem Publikum. Im Anschluss gab es für die Teilnehmenden die Möglichkeit, in Führungen durch das 5G Testbed und an Live-Demonstrationen mehr zum Themenfeld 5G zu erfahren. Infostände zu weiteren Themen rund um das Thema Digitale Vernetzung gaben zudem einen weiteren Einblick in die Arbeiten des Fraunhofer HHI.

Thomas Wiegand
5G Berlin Day
Slawomir Stanczak
v.l.n.r.: Andrea Kunwald, Kim Mahler, Andreas Goerdeler, Maciej Muehleisen, Richard Weiler
v.l.n.r.: Thomas Wiegand, Guenther Braeutigam, Slawomir Stanczak, Andrea Kunwald, Kim Mahler, Andreas Goerdeler, Maciej Muehleisen, Richard Weiler

Transferzentrum 5G Testbed

Das Transferzentrum 5G Testbed bindet laufende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Weiterentwicklung der fünften Mobilfunkgeneration in frühzeitige Testversuche mit Partnern der Mobilfunkindustrie ein. Es wird damit zu einem wichtigen Anlaufpunkt für nationale und internationale Forschungsprojekte, Vorstudien zur Produktentwicklung sowie Testcenter für Produkttests für die 5. Mobilfunkgeneration. Das Transferzentrum bietet regionalen und überregionalen Industrieunternehmen Schulungen sowie nutzer- und anwendungsorientierte Workshops zu technischen Details von 5G an. Darüber hinaus steht im 5G Testbed als offene Testplattform ausgesuchte Hardware zur Verfügung, um gezielt technologische Komponenten und Anwendungen praxisnah zu erproben. Das Transferzentrum schließt als Bindeglied die Lücke zwischen Forschung und Industrieunternehmen. Bereits heute ist das 5G Berlin  Testbed ein fester Bestandteil in internationalen Projekten im Rahmen H2020-5GPPP, z. B. Millimeter-Magic, Fantastic-5G, 5G-Crosshaul, Carisma, sowie in EU-Asien Projekten MiWEBA, STRAUSS, 5G-MiEdge, 5G-Pagoda (EU-Japan) und 5G-CHAMPION (EU-Korea). Somit kann das 5G Transferzentrum auf eine solide Basis von 5G-ready-Infrastruktur (5G-Berlin) und eine Vielzahl von 5G-Forschungsprojekten zurückgreifen, um die angestrebten Transferleistungen mit Partnern in die reale Welt zu erbringen.