25. Oktober 2017

Innovation und Forschung aus der 3D-Kinotechnik bieten neue Lösungsansätze für industrielle und medizinische Anwendungen

Stetig wachsen die Anwendungsmöglichkeiten der 3D-Technologien im medizinischen und industriellen Sektor. Insbesondere stereoskopische 3D-Bilddarstellungen nehmen an Bedeutung zu und versprechen neue Lösungswege.

Die Forschungsprojekte 3DInMed und M3D, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert werden, präsentierten innovative wie auch technologische Weiterentwicklungen auf dem 3IT Summit, das vom 23.-24. Oktober im Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI stattfand.


3DInMed: Immersive 3D-Bildtechnologien in Industrie und Medizin


Der Projektname 3DInMed setzt sich aus den beiden Sektoren zusammen, für die diese Technologie erprobt wurde: Industrie (In) und Medizin (Med). Im Rahmen des Technologieprogrammes PAiCE des BMWi wurde im Forschungsprojekt 3DInMed die Weiterentwicklung immersiver Bildtechnologien, wie etwa Virtual Reality, für den Einsatz in den Bereichen Medizin und Industrie vorangetrieben.

„Die 3D-Visualisierung bringt große Vorteile für den Medizinbereich, etwa bei der Endoskopie und Mikroskopie. Die Ärzte können sich durch die Verwendung der Geräte viel besser orientieren und Operationen schneller durchführen. Das schont vor allem den Patienten“, erklärt Dr. Ralf Schäfer vom Fraunhofer HHI, Leiter der Forschungsprojekte 3DinMED und M3D. „Allerdings müssen im Rahmen der 3D-Darstellung auch Qualitätskriterien eingehalten werden, damit der operierende Arzt nicht überanstrengt wird. Deshalb setzen wir nun in der Medizin intuitiv-bedienbare 3D-Verarbeitungstechniken ein, die von den Forschenden im Fraunhofer HHI ursprünglich einmal für Anwendungen im Film- und Fernsehbereich entwickelt wurden“, so Dr. Schäfer weiter.

M3D: 3D-Ersatzteile für industrielle Anwendungen


Das Projekt M3D – Mobile 3D-Erfassung und 3D-Druck für industrielle Anwendungen – zielt darauf ab, die Arbeitsabläufe beim Bestellen von Ersatzteilen für spezialisierte Industriemaschinen zu verbessern. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es extrem zeit- und kostenaufwendig, Ersatzbauteile für defekte Maschinen zu identifizieren, zu bestellen und einzubauen. Aktuellste Technologien der 3D-Rekonstruktion und Objektidentifikation sowie des 3D-Drucks werden genutzt, um Unternehmen eine Lösung anzubieten, mit der Bauteile auf einem mobilen Endgerät schnell erfasst und anschließend automatisch bestellt werden können.

Dr. Ralf Schäfer weist auf einen entscheidenden Faktor hin: „Ohne Technologien und Verfahren zur schnellen und kostengünstigen Bereitstellung von passenden Bauteilen wird es im industriellen Bereich zukünftig keine erfolgreichen Wartungs- und Reparaturdienstleistungen mehr geben können. Das Forschungsteam entwickelt die benötigte Kerntechnologie, um Bauteile mittels Scan zu erfassen, diese anschließend am Bildschirm zu rekonstruieren und dann zu identifizieren“. Auf diese Weise werden Produktionsausfälle vermieden und die Kosten für die Lagerhaltung von Bau- und Ersatzteilen deutlich reduziert.