1. März 2017

Projektstart Industrial Communication for Factories (IC4F)

Baukasten für eine vertrauenswürdige industrielle Kommunikations- und Computing-Infrastruktur als Grundlage für die Digitalisierung in der verarbeitenden Industrie

Heute startet das Leuchtturmprojekt IC4F - Industrial Communication for Factories mit dem Ziel der Entwicklung von sicheren, robusten und echtzeitfähigen Kommunikationslösungen für die verarbeitende Industrie. Bis Mitte 2020 werden 15 Projektpartner aus Industrie und Forschung einen Technologiebaukasten für eine vertrauenswürdige industrielle Kommunikations- und Computing-Infrastruktur erarbeiten, der auf einer offenen und Domänen- übergreifenden Architektur basiert und eine modulare Erweiterung für neue Anwendungen und Kommunikationstechnologien erlaubt. Der Technologiebaukasten soll es Anwendern ermöglichen, die richtigen IKT Technologien entsprechend der neuen Industrie 4.0 Anforderungen und spezifischen Migrationsansatz auszuwählen. Das Projekt wird im Rahmen des PAiCE- Förderprogramms durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

IC4F adressiert die für künftige Industrie 4.0 Anwendungen unabdingbare Konvergenz von Kommunikation, IT-Technologien und Automatisierung. Ein zentraler Teil des IC4F-Projekts ist insofern die Modellierung eines Kommunikationsbaukastens, der im Rahmen ausgewählter industrieller Anwendungsszenarien umgesetzt wird. Das IC4F-Vorhaben wird im Sinne eines Leitprojekts offene, transparente und vertrauenswürdige Kommunikations- und Computing-Technologien bereitstellen.

Das Leuchtturmprojekt IC4F zielt besonders auf zukünftige Industrie 4.0 Anwendungsfälle ab und wird eine entsprechende Kommunikationsreferenzarchitektur erstellen. Es wird ein modularer Ansatz angestrebt, damit Komponenten möglichst flexibel zusammengestellt werden können. Hierbei kommen Schlüsseltechnologien aus den Bereichen 5G, Multi-Access-Edge-Computing (MEC), Cloud-Computing, Virtualisierung sowie Industrial Monitoring und Analytics zum Einsatz. Die Umsetzung erfordert eine ganzheitliche Betrachtung der zu Grunde liegenden Infrastruktur – eine Art industrielles Internet.

Die Sicherung und der Ausbau Deutschlands als leistungsfähiger Produktions- und Innovationsstandort sowie die Rückholung von Produktion nach Deutschland sind zentrale Ziele des Bundes. Dementsprechend formen führende Industrieunternehmen aus den Bereichen IT-, Kommunikations- und Automatisierungstechnik sowie führende Forschungseinrichtungen das IC4F-Konsortium. Der Baukasten dient der Digitalisierung in der verarbeitenden Industrie und dem Handwerk und bietet den Einstieg in das Zeitalter der vierten industriellen Revolution, der Industrie 4.0. Damit verfolgt das Konsortium den Anspruch, eine große Breitenwirkung zu erzielen und gerade auch KMUs zu unterstützen.

Die voranschreitende Digitalisierung erfordert von den Unternehmen ein hohes Innovationstempo und Pionierarbeit sowie Know-How bei der Bildung von Plattformen und Standards. Dies betrifft sowohl zukünftige intelligente Netze, vernetzte Cloud-Plattformen als auch innovative Dienste, die eine Verknüpfung digitalisierter und traditioneller Prozesse ermöglichen und damit das Rückgrat der vierten industriellen Revolution bilden. Das industrielle Internet wird damit zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor mit fundamentalem Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, dessen Chancen es zu sichern und auszubauen gilt.

Die IC4F-Konsortialpartner sichern durch ihr breites Kompetenzspektrum den Leitprojekt-Charakter des Vorhabens ab. IC4F schafft durch die Kompetenzbündelung von namhaften Beteiligten einen Mehrwert für die Realisierbarkeit der IKT-Lösungen und ermöglicht, insbesondere durch die Konsortialzusammensetzung, eine umfassende und durchgängige Ende-zu-Ende Integration der Demonstratoren. Repräsentative und prioritäre Anwendungsszenarien werden aus dem Konsortium sowie den Mitgliedern eines breiten Anwenderforums eingebracht.

Das Konsortium setzt sich aus den folgenden Partnern zusammen: Heinrich-Hertz-Institut und Institut für Integrierte Schaltungen der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.,  Robert Bosch GmbH, Deutsche Telekom AG, Gesellschaft für Produktionssysteme GmbH, brown-iposs GmbH, MAG IAS GmbH, Nokia, rt-solutions.de GmbH, Schindler Fenster + Fassaden GmbH, Siemens AG, STILL GmbH, Technische Universität Berlin, Technische Universität Kaiserslautern sowie Universität Stuttgart. Die Konsortialführung übernimmt das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut.