27. November 2018

Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen: ITU und WHO nehmen acht neue Anwendungsfälle auf

Die ITU-WHO-Initiative, die sich für die Standardisierung eines Rahmens für das Benchmarking von ‚AI for Health‘-Algorithmen einsetzt, hat acht neue Anwendungsfälle aufgenommen. Diese befassen sich mit Gesundheitsproblemen, die von Brustkrebs und Alzheimer bis hin zu Autismus, Sehverlust, Hautläsionen und giftigen Schlangenbissen reichen.

Die Fokusgruppe ‚AI for Health’ (FG-AI4H ) hielt vom 14. bis 16. November 2018 ihr zweites Treffen an der Columbia University in New York City ab. Auf der Sitzung wurden Vorschläge geprüft, die sich aus dem ersten Call for Proposals der Fokusgruppe ergaben, wobei acht Vorschläge den Anforderungen der Fokusgruppe entsprachen. Die Fokusgruppe wird die Durchführbarkeit von Künstlicher Intelligenz (KI) für folgende Bereiche untersuchen:

  1. Einschätzung des Brustkrebsrisikos in histopathologischen Bildern
  2. Gewinnung medizinischer Daten zum Verständnis von Alzheimer
  3. Anleitung zur Gegengift-Auswahl mit Identifikationsbildern zur Analyse der Schlange
  4. Klassifizierung von Autismus durch Analyse von Hirnbildern
  5. Evaluierung der Genauigkeit von "Symptom-Checker"-Anwendungen
  6. Diagnose von Hautläsionen durch Bildanalyse
  7. Evaluierung und Reduzierung des Sturzrisikos älterer Menschen
  8. Analyse von Bildern zur Erkennung der diabetischen Retinopathie und zur Vermeidung von Sehverlust


„Wir sehen einen starken Kooperationsgeist, der von den verschiedenen Interessengruppen geteilt wird, die in dieser Fokusgruppe vertreten sind" sagt der Vorsitzende der Fokusgruppe, Thomas Wiegand, Institutsleiter des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts und Professor an der TU Berlin. „Neben der Aufnahme dieser acht Use Cases hat unser New Yorker Treffen auch einen neuen Prozess zur Auswertung und statistischen Charakterisierung von unveröffentlichten Testdatensätzen gestartet." Die Fokusgruppe sammelt Anwendungsfälle aus dem Bereich ‚AI for Health‘ sowie zugehörige Datensätze, die als Referenzdaten für ein Benchmarking dienen könnten. „Es ist großartig, ein so positives Engagement für die Fokusgruppe aus den verschiedenen Gemeinschaften, die im Bereich ‚AI for Health‘ involviert sind, zu sehen", sagt Naomi Lee, stellvertretende Vorsitzende der Fokusgruppe und Executive Editor bei der Peer-Review-Zeitschrift ‚The Lancet‘. „Es besteht eindeutig Bedarf, Rahmenbedingungen für Benchmarking zu schaffen. Die Fokusgruppe baut stark auf dieser Dynamik auf und schließt ein wachsendes Verständnis für die Bedürfnisse eines breiten Spektrums von Interessengruppen ein."

Das nächste Treffen der Gruppe ist für den 22. bis 25. Januar 2019 in Lausanne, Schweiz, geplant.

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