27. Januar 2021

BIMKIT überzeugt zu Projektstart im KI-Innovationswettbewerb und erhält BMWi-Förderung

Das Forschungsprojekt BIMKIT „Bestandsmodellierung von Gebäuden und Infrastrukturbauwerken mittels Künstlicher Intelligenz (KI) zur Generierung von Digital Twins“ konnte im zweiten Förderaufruf des „Innovationswettbewerb Künstliche Intelligenz“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Bereich Bauwirtschaft überzeugen. Mit dem Innovationswettbewerb fördert das BMWi herausragende Ansätze für neue Formen KI-basierter Plattformökonomie in wichtigen Sektoren der deutschen Wirtschaft. BIMKIT, das jetzt gestartet ist und bis Dezember 2023 läuft, erhält eine Förderung von rund 10,8 Mio. Euro. Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) ist am Verbundprojekt mit seiner Abteilung „Vision and Imaging Technologies“ beteiligt und erhält dafür etwa 3,3 Mio. Euro der Fördersumme.

Um Gebäude effizient und nachhaltig instand zu halten und Erneuerungen sowie Rückbaumaßnahmen zu planen, wird das sogenannte Building Information Modeling (BIM) genutzt. Das heißt, alle relevanten Bauwerksdaten werden digital modelliert, kombiniert und erfasst. Das Bauwerk kann als virtuelles Modell auch geometrisch visualisiert werden. Derartige digital auswertbaren Modelle stehen jedoch bei Bestandsbauten meist nicht zur Verfügung. Dadurch fehlen für die gesamte Bau- und Wohnungswirtschaft verlässliche Daten zur Optimierung des Lebenszyklus eines Bauwerks.

Das Verbundprojekt BIMKIT setzt hier an, um KI- und Cloud-Technologien für die Bauwirtschaft nutzbar zu machen. Informationen zu Gebäuden und Infrastrukturbauwerken, beispielsweise 2D-Pläne, Bilder, Punktwolken oder Textdokumente, sollen mittels KI-Verfahren ausgewertet, Modelle baulicher und technischer Elemente generiert und konsistent sowie transparent einem BIM-basierten Bestandsmodell zugeführt werden. Gleichermaßen soll die Aktualisierung eines vorhandenen Bestandsmodells automatisiert werden. Die Daten und KI-Dienste werden dezentral auf Basis von GAIA-X -Standards auf Cloud-Plattformen zur Verfügung gestellt. So soll der Aufbau offener Plattformen und Markplätze für KI-Dienste im Bauwesen ermöglicht werden. Datensouveränität und Datensicherheit werden besonders berücksichtigt, da auch sicherheitsrelevante Informationen zu Bauwerken ausgewertet werden.

Das Fraunhofer HHI ist mit allen vier Forschungsgruppen seiner Abteilung „Vision and Imaging Technologies“ an BIMKIT beteiligt. Schwerpunkt dieser Arbeiten wird die Entwicklung von KI-Verfahren für die Bestands-Modellierung von Gebäuden und Infrastrukturbauwerken sowie zur Schallschutzplanung sein. Dabei sollen KI-Methoden zur automatisierten Generierung von digitalen Abbildern realer Bauwerke entwickelt werden, die den BIM-Anwendungen in Planungs-, Bau- und Betriebsprozessen zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren wird die Entwicklung von Konzepten zur Plausibilisierung der KI-Ergebnisse und der generierten BIM-Modelle schwerpunktmäßig von Forschenden des Fraunhofer HHI bearbeitet.

Detaillierte Informationen zum Projekt, zu den Projektteilnehmern und assoziierten Partnern finden Sie hier .