10. November 2014

Zukunft der mobilen Funkzugangsnetze

CoMoRa – Intelligente Netzwerkelemente zur effizienten Ressourcennutzung

Cognitive Mobile Radio (CoMoRa) ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprojekt. Das Projekt zeigt ein innovatives Konzept und eine prototypische Realisierung für den kognitiven Funkzugang zukünftiger, drahtloser Informationsnetze. Die Abteilung Wireless Communication and Networks (WN) des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts (HHI) hat das Projekt als Koordinator geführt und maßgeblich mitgestaltet. Die Ergebnisse werden auf einem Abschlussworkshop am 11.11.2014 präsentiert. 

Zukunftsszenarien wie Internet of Things oder Gigabit Wireless Connectivity stellen hohe Anforderungen an die Verwendung von Funkressourcen und erfordern neue Mechanismen und Standards in den kommenden drahtlosen Informationsnetzen. Kollaborative Modelle werden schon heute eingesetzt, um Kapazität und Reichweite zu erhöhen. Zusätzlich werden Funknetze immer heterogener als Reaktion auf lokale und zeitliche Verteilungsdichteschwankungen der Teilnehmer.

Projektziele von CoMoRa

Die in CoMoRa entwickelten Lösungen zum kognitiven Funkzugang können in bestehende, mobile Kommunikationssysteme integriert werden. Daher ist eines der Hauptziele des Projektes, die Schlüsseltechnologen zu identifizieren und die Forschungsergebnisse in anwendungsnaher Realisierung zu zeigen. Die CoMoRa-Projektziele im Allgemeinen:

  • Erhöhung von Reichweite und Kapazität mobiler Funknetze durch Anwendung und Erweiterung vorhandener LTE/LTE-Advanced Technologien mit kognitiven und frequenzagilen Zugriffstechniken und neuartigen Methoden zur Allokation der Radioressourcen.
  • Innovative Konzepte zur gemeinsamen Spektrumsnutzung in zellularen Multi-Operator Systemen.
  • Erarbeitung und Bereitstellung von Lösungen zur Lizenzierung von Spektrum, welche die Anforderungen von Lizenznehmern und -inhabern im regulatorischen Rahmen Deutschlands und Europas erfüllen.
  • Herausarbeitung der Vorteile von gemeinsamer Messdatenauswertung von verschiedenen Quellen wie Endgeräten, Funkzugangsnetzwerken und Spektrumsdatenbanken.

Erste Entwicklungen aus dem CoMoRa-Konzept sind bereits in die Standardisierung zukünftiger Mobilfunksysteme eingeflossen und werden in ein bis zwei Jahren auf dem Markt erhältlich sein.

Die Abteilung WN arbeitet im Rahmen von CoMoRa in enger Kooperation mit Industrie- und Forschungspartnern. Unterstützt und beraten wird das Projektkonsortium CoMoRa durch ein Advisory Board, bestehend aus Experten ausgewählter Industriebereiche und Regulierungsgremien. Ausgehend vom Systemkonzept, welches mit den Projektpartnern erarbeitet wurde, werden neben theoretischen Arbeiten zahlreiche Hardware- und Software Demonstratoren entwickelt. 

Projektaufgaben des Fraunhofer HHI im Besonderen

  • Aufbau eines Hardware-Demonstrators für Multiband Carrier Aggregation
  • Untersuchung von Carrier Aggregation im zellularen Kontext
  • Einbettung von kognitiven Geräten innerhalb eines aktiven Primärbandes
  • Entwicklung von Modellen für Sensing-Daten-Akquirierung in kognitiven Interferenzsystemen

Mehr zum CoMoRa-Projekt: www.comora.de

Über WN

Die WN-Abteilung entwickelt Lösungen für die unterschiedlichsten Bereiche der funkgestützten Informationsübertragung. Teilgebiete der Funksystemforschung sind, unter anderem, Durchführung und Auswertung von Kanalmessungen, Design von Detektionsalgorithmen, Bewertung der System- und Netzwerkperformance durch Simulation sowie die Echtzeitimplementierung auf SDR-basierten Experimentalsystemen.

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