15. Juni 2017

Projekt zur Energieversorgung durch intelligente Hochleistungsbatterien gestartet

Die Energiewende stellt die Versorgungssicherheit im Stromnetz vor neue Herausforderungen und fordert innovative Lösungen. Wie bei zunehmender Nutzung erneuerbarer Energien und der Ablösung konventioneller Großkraftwerke die Netzstabilität erhalten werden kann, wird in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit 2,65 Millionen Euro geförderten Projekt „ReserveBatt - Momentanreserve mit Hochleistungsbatterien” untersucht. Hinzu kommen 1,9 Millionen Euro der Industrie.

In dem am 1. Juni gestarteten Forschungsvorhaben gehen die Goslarer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Energie-Forschungszentrums Niedersachsen (EFZN), der TU Clausthal und des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts HHI der Frage nach, wie durch den Einsatz leistungsstarker und intelligenter Batteriesysteme zu jedem Zeitpunkt ein Gleichgewicht zwischen fluktuierender Energieerzeugung und -verbrauch gewährleistet werden kann. Unterstützt werden sie durch Industriepartner, die den Forschern für eine anwendungsnahe Umsetzung des Hochleistungs-Batteriesystems, bestehend aus Batterie und Leistungselektronikkomponenten, zur Netzintegration zur Seite stehen.

Im Rahmen des Projektes, das eine Laufzeit von drei Jahren hat, wird eine speziell für Hochleistungsanwendungen geeignete Batterie über gesteuerte Leistungselektronikkomponenten mit dem Energieversorgungsnetz verbunden. Die Steuerung und Regelung dieser Leistungselektronikkomponenten erfolgt nach dem von Clausthaler Forschern entwickelten und weltweit patentierten Prinzip der Virtuellen Synchronmaschine (VISMA). Das System aus Batterie und Leistungselektronikkomponenten kann so gesteuert werden, dass es sich verhält wie ein Generator in einem Großkraftwerk und die gleichen stabilisierenden Eigenschaften ausweist.

Um die Anforderungen an das Batteriesystem aus Netzsicht zu formulieren und die stabilisierende Wirkung zu bewerten, partizipieren mit der Harz Energie Netz GmbH und der Tennet TSO GmbH zwei Netzbetreiber am Projekt. Das Hochleistungs-Batteriespeichersystem für das Vorhaben wird von der AKASOL GmbH aufgebaut. Das Fraunhofer HHI wird dabei zusammen mit der Stöbich technology GmbH die Sensorik und bei der Sicherheitstechnik zusammen mit dem EFZN die Hochleistungsanwendung der Batterie weiterentwickeln. Die Forschungslinie für das Energiewandlungssystem und seine Komponenten decken die Infineon Technologies AG und die LTI ReEnergy GmbH ab. Die Felderprobung wird mit der Harz Energie in Goslar durchgeführt.