Kongress des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft

JUL 2018

16

München

Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI gehört zu den weltweit führenden Entwicklern von mobilen und optischen Kommunikationsnetzen und -systemen sowie der Kodierung von Videosignalen und Datenverarbeitung. Gemeinsam mit internationalen Partnern aus Forschung und Industrie arbeitet das Fraunhofer HHI im gesamten Spektrum der digitalen Infrastruktur – von der grundlegenden Forschung bis hin zur Entwicklung von Prototypen und Lösungen.

Auf dem Kogress des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft am 16. Juli 2018 präsentiert das Fraunhofer HHI aktuelle Innovationen aus dem Bereich Computer Vision und Visualisierung.

Pressekontakt

Anne Rommel

Anne Rommel

Pressereferentin

Tel. +49 30 31002-353

Volldigitales 3D-Operationsmikroskop „ARRISCOPE“

Das ARRISCOPE ist ein digitales Stereo-Operationsmikroskop. Für die operative Therapie in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde werden üblicherweise Operationsmikroskope eingesetzt. Diese ermöglichen es dem Operateur, den Situs in einer ausreichenden Vergrößerung mit adäquater Beleuchtung einzusehen und chirurgische Therapien vorzunehmen. Das Spektrum erstreckt sich hier von der Entfernung von pathologischen Strukturen, dem Ersatz der partiellen oder totalen Gehörknöchelchenkette durch Implantate bis hin zu Hörimplantaten, die direkt in die Cochlea eingeführt werden.

Vorteil der Digitalisierung in der Operationsmikroskopie

Das ARRISCOPE erfasst den abzubildenden Bildausschnitt mit einem hochauflösenden und hochempfindlichen Kamerasensor aus der Kinotechnik und stellt das Bild in einem digitalen Binokular dar. Zudem kann die identische Sicht des Operateurs auf beliebig viele Displays zwei- oder dreidimensional reproduziert werden.

Zusatzinformationen, wie die patientenspezifische präoperative Bildgebung oder Vitalparameter, können direkt im Binokular eingespielt werden und optimieren dadurch den klinischen Workflow.
Weiterer Vorteil der digitalen Bilderfassung ist die Möglichkeit, Mehrinformationen aus den Bildinformationen zu generieren: mittels optischer Kalibrierung und effizienten Bildverarbeitungsalgorithmen kann zum Beispiel eine Tiefenkarte generiert werden, die eine dreidimensionale Messung im Submillimeterbereich zulässt. Diese, derzeit in klinischer Evaluation befindliche Funktion, ermöglicht es dem Operateur, die für den Patienten optimal passende Prothese auszuwählen.

Die angeschlossene Bildverarbeitungskette optimiert parallel dazu die Gewebsdifferenzierung: Mittels sogenannter „Looks“, eine Echtzeit- Erkennung und Anpassung einzelner Farbkanäle, die in Kombination mit einer Beleuchtung in speziell angepassten Wellenlängenbereichen arbeitet, können Strukturen hervorgehoben werden und vereinfachen dadurch das chirurgische Vorgehen.

ARRI liefert bei diesem Projekt die Hardware, das Fraunhofer HHI die Algorithmen zur Bildanalyse.

Fachkontakt

Jean-Claude Rosenthal

Jean-Claude Rosenthal

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Tel. +49 30 31002-269