Außerplanmäßige Professur für Volker Jungnickel an der TU Berlin

3. September 2021

Dr. Volker Jungnickel, Gruppenleiter in der Abteilung „Photonische Netze“ am Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI), erhält in Würdigung seiner herausragenden Leistungen in Forschung und Lehre eine außerplanmäßige Professur an der Technischen Universität Berlin.

Die außerplanmäßige Professur ist eine Auszeichnung, die nach einem offiziellen Verfahren mit externen Gutachten und unter Einbindung des Berliner Senats erfolgen kann. Diese akademische Würde wurde Dr. Jungnickel Mitte Juli von der Vizepräsidentin der TU Berlin, Frau Prof. Dr.-Ing. Christine Ahrend verliehen.

Der promovierte Physiker ist seit 1991 in der Forschung tätig. Über seine Laufbahn hinweg hat er an verschiedenen Optik- und Funkthemen gearbeitet: Ultrakurzzeitspektroskopie, Halbleiter-Quantenpunkte, Laseranwendungen in der Medizin, Infrarot-Freistrahlübertragung, 4G Experimentalsystem mit neuartigen MIMO-Techniken, optische Drahtlossysteme (LiFi) und LIDAR. 2015 habilitierte sich Dr. Volker Jungnickel im Fach Nachrichtentechnik.

Er ist bisher an etwa 280 wissenschaftlichen Publikationen beteiligt, mit über 10.000 Zitaten in Google Scholar und 100.000 Reads in ResearchGate. Hinzu kommen über 30 Patente und unzählige Standardisierungsbeiträge. Dr. Jungnickel leitet das Standardisierungsprojekt IEEE P802.15.13 „Multi-Gbit/s Optical Wireless Communication“ und er ist Technischer Editor des Projekts IEEE P802.11bb „Light Communications“.

An der TU Berlin lehrt Dr. Jungnickel seit 2002 im Masterstudium Elektrotechnik/Technische Informatik, aktuell das Modul „Advanced Wireless Communications“. In Kooperation mit den Berliner Hochschulen hat er zahlreiche Diplom-, Master- und Doktorarbeiten betreut und dadurch den Studierenden einen Einstieg in die Forschung am Fraunhofer HHI ermöglicht. Durch sein Auge für die Forschungstalente von morgen konnten viele Projekte am Fraunhofer HHI erfolgreicher bearbeitet werden.

Aktuell forscht Dr. Volker Jungnickel am Fraunhofer HHI am Zugangsnetz der Telekom. Das ist ein vielseitiges und herausforderndes Feld, das eine hohe Bandbreite an Expertenwissen und ein ganzheitliches Herangehen erfordert. Das Zugangsnetz umfasst alle festen und mobilen Datenverbindungen in das Internet, über verschiedene mobile und feste Medien (Mobile Kommunikation, Glasfaser, Kupferkabel) mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Heute sind oft kombinierte (konvergente) feste und mobile Lösungen notwendig, wie z. B. das optische Fronthaul für den Mobilfunk oder die Anbindung von LiFi über Stromleitungen.

Für den Forscher sind es ebenjene Vielseitigkeit und die weitreichenden gesellschaftlichen Auswirkungen, die sein Forschungsfeld für ihn so interessant machen: „Die Zugangstechnik ist ein Massenmarkt. Jeder hat ein Handy, Wi-Fi und DSL bzw. Glasfaser. Die Telekom steckt etwa die Hälfte ihrer Investitionen in die Zugangstechnik. Sie muss immer leistungsfähiger werden, aber, aufgrund der vielen Anschlüsse, kostengünstig und energieeffizient bleiben. Was wir entwickeln, wirkt sich potenziell auf die Kommunikation zwischen sehr vielen Menschen aus, und zukünftig auch zwischen Maschinen und Geräten.“

Dr. Volker Jungnickel wird dem Fraunhofer HHI weiterhin als Forscher erhalten bleiben: „Ich freue mich darauf, mit den Kollegen und Kolleginnen und den Studierenden an spannenden Projekten zusammenzuarbeiten. Die inhaltlichen Diskussionen zwischen erfahrenen und jungen Kollegen und Kolleginnen waren für mich schon immer das ‚Salz in der Suppe‘ am Fraunhofer HHI.“