Ethik und Governance für KI im Gesundheitswesen: Arbeitsgruppe für Ethik präsentiert Leitfaden auf dem 13. Treffen der ITU/WHO-Fokusgruppe „AI for Health“

16. November 2021

Die Arbeitsgruppe „Ethical Considerations on AI for health” (WG-Ethics) hat auf dem 13. Treffen der ITU/WHO Fokusgruppe „AI for health”  (FG-AI4H) den WHO-Leitfaden „Ethics & Governance of Artificial Intelligence for Health” vorgestellt. 127 Stakeholder*innen aus der ganzen Welt nahmen an dem virtuellen Treffen teil, das vom 28. bis 30. Sep 2021 stattfand. Die FG-AI4H wird von Thomas Wiegand geleitet. Er ist Professor an der TU Berlin und Institutsleiter am Fraunhofer HHI.

Die FG-AI4H entwickelt globale Evaluierungsstandards für KI im Gesundheitswesen. Die WG-Ethics ist eine von sechs Arbeitsgruppen innerhalb der FG-AI4H und wird von Dr. Andreas Reis (WHO) geleitet. Die Arbeitsgruppen decken ein breites Themenspektrum ab, welches bei der Qualitätssicherung von KI relevant ist (z. B. Ethik, Regulierung, klinische Evaluation, Umgang und Bewertung von Daten und KI-Lösungen). Sie kooperieren mit den Themengruppen der FG-AI4H, die sich mit spezifischen Anwendungsfällen im Gesundheitswesen befassen und zeigen, wie diese von KI profitieren können.

Der Leitfaden „Ethics & Governance of Artificial Intelligence for Health“ ist das Ergebnis 18-monatiger Beratungen zwischen führenden Expert*innen für Ethik, digitale Technologien, Gesetzgebung und Menschenrechte sowie Mitarbeitenden aus Gesundheitsministerien. Die Zusammenarbeit wird unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fortgesetzt.

Der vorgelegte Leitfaden beleuchtet ethische Herausforderungen und Risiken, die mit dem Einsatz von KI im Gesundheitswesen verbunden sind. Die Autor*innen haben hier sechs Grundsätze dargelegt, die sicherstellen, dass KI im öffentlichen Interesse aller Länder eingesetzt wird. Darüber hinaus gibt das Dokument Empfehlungen, wie der Einsatz von KI im Gesundheitsbereich das Potenzial der Technologie voll ausschöpfen kann. Der Leitfaden legt außerdem einen Schwerpunkt auf die Verantwortung der Stakeholder*innen im Gesundheitsbereich. Sie müssen sicherstellen, dass der Einsatz von KI-Technologien sowohl für den Arbeitsalltag der Beschäftigten, als auch für die Gesundheitsversorgung von Gesellschaften und Individuen sicher ist.

Der Leitfaden ist erst der Anfang. Zur Umsetzung der vorgeschlagenen Leitlinien wird die WG-Ethics Workshops mit Gesundheitsbehörden weltweit, der Industrie, der Zivilgesellschaft und Gesundheitsministerien veranstalten, um die nächsten Schritte zu planen. Das Team will außerdem Leitlinien für neu entstehende Anwendungen bereitstellen, den Einsatz von KI in bestimmten Krankheitsbereichen untersuchen und die Kohärenz zwischen ethischen Grundsätzen und anderen neu entstehenden KI-Richtlinien sicherstellen. In diesem Zusammenhang wird die WG-Ethics weiterhin eng mit den übrigen Arbeits- und Themengruppen der FG-AI4H zusammenarbeiten.

Neben der WG-Ethics präsentierten auch alle anderen Arbeits- und Themengruppen den aktuellen Stand ihrer Aktivitäten auf dem virtuellen FG-AI4H Treffen. Highlights waren die Präsentationen der „Open Code Initiative ” und der Kollaboration „AI Audits ”.

Das nächste FG-AI4H-Treffen wird vom 15. – 17. Februar 2022 als Online-Event stattfinden. Weitere Informationen zu Veranstaltungen und Aktivitäten finden Sie auf der Website der FG-AI4H .

Der WHO-Leitfaden „Ethics & Governance of Artificial Intelligence for Health” ist am 28. Juni 2021 veröffentlicht worden und ist hier  öffentlich zugänglich.