„Achtung, Achtung, hier ist Berlin auf Welle 400 Meter“

1923

Mit diesen Worten begann am 29.10.1923 der erste offizielle Unterhaltungs-Rundfunk in Deutschland, der aus dem VOX-Haus in Berlin gesendet wurde. Der Staatssekretär im Reichspostministerium Dr. Hans Bredow hatte die Schaffung eines kommerziellen Senders unterstützt und verfolgte interessiert, wie dieser immer mehr Zuhörer gewann.

Ein halbes Jahr später wies Dr. Bredow bei der Gründungsveranstaltung der Heinrich-Hertz-Gesellschaft zur Förderung des Funkwesens am 31.5.1924 in Hamburg darauf hin, „daß bei der jetzigen Lage unseres Vaterlandes Vorsorge getroffen werden müßte, daß Forschungsaufgaben (auf dem Gebiet des Funkwesens) nicht wegen Mangels an Mitteln unterblieben. Dazu sei eine neutrale Stelle erforderlich, welche alle Kräfte zusammenfasse.“

Der damalige Präsident des Telegraphentechnischen Reichsamtes und spätere erste Direktor des Heinrich-Hertz-Institutes, Herr Prof. Dr. Karl Willy Wagner, unterstützte die Pläne für ein Forschungsinstitut für Hochfrequenztechnik. Unklar war zunächst, woher die nötigen Mittel kommen sollten. Man beschloss die Gründung eines Vereins mit dem Zweck der „Errichtung und Unterhaltung eines Instituts für wissenschaftlich-technische Forschungen auf dem Gebiet der elektrischen und akustischen Schwingungen, das der Technischen Hochschule in Charlottenburg angegliedert werden soll.“ Zu den Vereinsmitgliedern gehörten u.a.:

  • die Deutsche Reichspost 
  • das preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung
  • die Technische Hochschule Berlin
  • die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft zu Berlin
  • die Siemens & Halske A.G. zu Berlin
  • die Telefunken-Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m.b.H. zu Berlin

Gemäß §4 der Satzung verpflichteten sich diese und einige andere Mitglieder zu einer einmaligen Beitragszahlung von insgesamt 575.000 Reichsmark (RM); weitere Mitglieder leisteten jährliche Beiträge von insgesamt 55.000 RM. Am 28.5.1927 konnte die Vereinsgründung im Amtsblatt für den Landespolizeibezirk Berlin angezeigt werden. Die Eintragung im Vereinsregister erfolgte am 22.9.1927. Somit war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Heinrich-Hertz-Institut getan.