Ein Neubau für das Heinrich-Hertz-Institut

1957

Nachdem das Institutsgebäude in der Franklinstraße 1945 komplett zerstört wurde, fanden die HHI-Mitarbeitenden als „Institut für Schwingungsforschung“ vorübergehend in einem TU-Gebäude in der Jebensstraße 1 in Charlottenburg Unterschlupf. In den späten 1950ern begannen die Planungsarbeiten für einen Neubau für das Heinrich-Hertz-Institut. Das Vorhaben wurde vom Architekten Carl-Heinz Schwennicke realisiert. 1968 war das fünfzehnstöckige Gebäude am Einsteinufer fertiggestellt. Das neue Gebäude wurde mit einer großen Eröffnung feierlich eingeweiht.

Die konkreten Gespräche über einen Neubau für das Heinrich-Hertz-Institut begannen im November 1957. In einer Abteilungsleitersitzung klärte Regierungsdirektor Bähr die Anwesenden darüber auf, dass das anvisierte Grundstück zeitnah zur Verfügung stünde und sich das Land Berlin mit 20 Prozent an den Baukosten beteiligen würde. Ein Jahr später forderte der Raum- und Bauausschuss der TU Berlin die Träger des Heinrich-Hertz-Instituts dazu auf, ein Raumprogramm für den Neubau zu erstellen. Als Architekt wurde Carl-Heinz Schwennicke beauftragt, der eine Professur an der Fakultät für Bauingenieurwesen der TU innehatte. In der Nachkriegszeit leitete er die Wiederaufbauarbeiten des zerstörten Schlosses Bellevue.

Die Grundsteinlegung fand am 27. April 1964 statt – daran anknüpfend gab es ein „geselliges Zusammensein am Abend in den Räumen des Rektorates der TU Berlin-Charlottenburg“, wie die Einladungskarten verlauten ließen. Zudem wurde ein Modell des geplanten Gebäudes präsentiert. Zeitgleich wurde eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der über den finanziellen Aufwand für Bau und Ausstattung in Höhe von 15,7 Millionen DM aufgeklärt wurde. Ein Bundeszuschuss ermöglichte die Finanzierung.

Der Einzug der sechs Abteilungen begann im Februar 1968. Zu den bisherigen vier Abteilungen gesellten sich nun die Informationsverarbeitung und die Regelungstechnik. Als alle Umzugsarbeiten abgeschlossen waren, fanden am 24. Mai 1968 die Eröffnungsfeierlichkeiten mit Festprogramm und einem wissenschaftlichen Kolloquium am darauffolgenden Tag statt. Wie eine Berliner Tageszeitung schrieb, versammelten sich auf der Einweihungsfeier „führende Persönlichkeiten“ aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, um das fünfzehnstöckige Gebäude mit der „markanten Radomkugel“ zu bewundern.