Ein Radio für alle - HHI steuerte neue Technik bei

1933

Auf der Großen Deutschen Funkausstellung 1933 in Berlin war der sogenannte Volksempfänger – ein neu entwickeltes Radio – sehr beliebt. Es wurden mehr als 100.000 Geräte verkauft. Durch Standardisierung und Serienanfertigung wurde der Preis auf 76 Reichsmark beschränkt. Der Volksempfänger kostete damit zwar immer noch mehr als den halben Monatslohn eines Arbeiters, allerdings waren vergleichbare Radios immer noch deutlich teurer. Bis 1941 besaßen nahezu 65 Prozent aller deutschen Haushalte den neuen Radioapparat.

An der Entwicklung der Technik für den Volksempfänger war das HHI maßgeblich beteiligt. Prof. Dr. Leithäuser schreibt 1933 in seinem Beitrag „Empfangsversuche mit dem Volksempfänger“ in der Zeitschrift Funktechnische Monatshefte: „Die Schaffung des deutschen Volksempfängers geht auf die Forderung des Ministeriums für Volksaufklärung zurück, das ganze Volk an den Rundfunk anzuschließen und vor allem auch denjenigen Volksgenossen die Teilnahme zu ermöglichen, die nur einen geringen Betrag aufwenden können. Die zur Ausführung kommende Konstruktion wurde von einer Kommission der WIRUFA (Wirtschaftsstelle für Rundfunkapparate-Fabriken GmbH) festgelegt; in der WIRUFA sind sämtliche 28 deutschen Rundfunkapparate der herstellenden Fabriken zusammengeschlossen. Alle diese 28 Fabriken sind auch an der Herstellung des Volksempfängers beteiligt. Sämtliche Fabriken arbeiten nach gleichen Zeichnungen, verwenden genau übereinstimmende Einzelteile, so dass Aussehen und Leistung der Empfänger-Chassis genau gleich sind, gleichgültig, welche Firma der Fabrikant ist.“

Die Empfangsbedingungen des Radios wurden von einer Kommission, unter Leitung von Prof. Dr. Leithäuser, in ganz Deutschland in mühevoller Kleinarbeit überprüft und zusammenfassend als gut beurteilt. Ausländische Sender konnten die Hörer jedoch noch nicht empfangen.

Die Große Deutsche Funkausstellung fand seit 1924 an verschiedenen Orten in Deutschland statt und stellte vor allem Technologien aus den Bereichen des Hörfunks aus. Seit 1971 wird die Messe als Internationale Funkausstellung (IFA) in jährlichem Rhythmus in Berlin veranstaltet. Es werden insbesondere Produkte und Entwicklungen aus den Bereichen Unterhaltungs- und Gebrauchselektronik präsentiert.