LiFi-Technologie vernetzt erstmals fahrerlose LKWs bei Autobahnfahrt in Japan

5. Mai 2021

Der japanische Dienstleister für mobile Kommunikationsinfrastruktur Sangikyo Corporation hat für ein Pilotprojekt in Japan erstmals die LiFi-Technologie des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts (HHI) genutzt, um fahrerlose LKWs während der Fahrt zu vernetzen. Bei dem Versuch auf dem Tomei Highway in der Nähe von Shizuoka Ende Februar 2021 war es durch die kontinuierliche Kommunikation der an Front- und Heckstoßstange befestigten LiFi-Module möglich, drei LKWs für eine autonome Kolonnenfahrt, einen sogenannten Platoon, zusammenzuschließen. Dabei fahren die Fahrzeuge in geringem Abstand hintereinander her, was Kraftstoff und Fahrpersonal spart sowie die Sicherheit auf Autobahnen erhöht.

Beim Platooning erfolgen Gas-, Brems- und Lenkeingriffe mittels Vehicle-to-Vehicle (V2V) Kommunikation synchron. Die für das Platooning notwendige Kommunikation kann über eine Vielzahl an Kanälen erfolgen. Sie wurde bisher nur auf Basis von 5G oder WLAN-basierten Datenübertragungstechnologien getestet. Das Versuchsprojekt der Sangikyo Corporation ist das erste seiner Art, das für die Datenübertragung auf optische Kommunikation als primäre Kommunikationsquelle zwischen den LKWs setzt.

Für die Demonstration hat das Sangikyo-Team an Front- und Heckstoßstangen der LKWs LiFi-Transceiver angebracht, die Informationen senden, empfangen und verarbeiten können. Während der Fahrt wurde nur der voranfahrende LKW von einem Fahrer gesteuert, während die beiden nachfolgenden LKWs autonom auf Basis der vom ersten Laster gesendeten Daten hinterherfuhren. Um die Sicherheit des Versuchs zu gewährleisten, waren die autonomen Fahrzeuge lediglich auf den Beifahrersitzen mit Sicherheitspersonal bemannt. Dabei wurde bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h konstant ein Abstand von etwa neun Metern eingehalten.

Durch Platooning entstehen folgende Vorteile: Das automatisierte Windschattenfahren in der Kolonne reduziert den Kraftstoffverbrauch signifikant und erhöht zudem die Sicherheit auf Autobahnen. „Wir freuen uns, dass das autonome Fahren im Rahmen des LKW-Platooning-Projekts erfolgreich demonstriert werden konnte,“ sagt Dr. Shogo Hayashida, Manager der Sangikyo Corporation. „Als primäres Kommunikationssystem zwischen den Fahrzeugen haben wir ein maßgeschneidertes LiFi-System verwendet. Mit unserer Demonstration konnten wir das Potenzial der neuartigen LED-basierten optischen Drahtloskommunikation erfolgreich aufzeigen.“

Das Team der Abteilung „Photonische Netze und Systeme“ des Fraunhofer HHI unterstützte die Sangikyo Corporation beim Einsatz und Testen der LiFi-Technologie. „Die Versuchsergebnisse unserer japanischen Partner belegen die Bedeutung der LiFi-Technologie als Wegbereiter für sicheres autonomes Fahren, Smart Cities und letztlich die zunehmend vernetzte Gesellschaft. Wir freuen uns, dass unser System international Einsatz findet und hoffen auf weitere Versuchsprojekte,“ kommentiert Dr.-Ing. Dominic Schulz, Projektleiter am Fraunhofer HHI. Über die aktuelle Demonstration hinaus untersucht das Fraunhofer HHI die optische Truck-to-Truck-Kommunikation in Kooperation mit dem Automobilhersteller Ford im EU-geförderten Forschungsprojekt „Vision“ (Visible light based Interoperability and Networking).